Heute kann sich niemand seiner Verantwortung gegenüber der Umwelt entziehen – weder Verbraucher noch Politik oder Industrie. Gerade bei der Herstellung und Nutzung mobiler Gebäude ist ein sparsamer Umgang mit Energie und Ressourcen von entscheidender Bedeutung.
Wir sind uns bewusst, dass natürliche Ressourcen und Energie nur begrenzt zur Verfügung stehen. Mit dem Pneumocell-System möchten wir deshalb einen Beitrag zu einer nachhaltigeren Bauweise leisten und die ökologischen Auswirkungen mobiler Architektur gegenüber herkömmlichen Systemen deutlich reduzieren.
Um es offen auszusprechen: Einen Baustoff, dessen Herstellung, Nutzung und Entsorgung ausschließlich der Natur zugutekommen, gibt es nicht. Wir haben jedoch die Möglichkeit – und die moralische Verantwortung –, Ressourcen und Energie so sparsam wie möglich einzusetzen, Abfälle zu minimieren und unvermeidbare Reststoffe möglichst ungiftig zu halten. Unser Ziel muss sein, die natürlichen Kreisläufe nur so weit zu beanspruchen, wie sich die Umwelt aus eigener Kraft regenerieren kann.
Pneumocell-Vorteil Nr.1: minimale Masse
Eine doppelwandige Pneumocell-Konstruktion besitzt rund 400-mal weniger Masse als ein gleich großes Gebäude aus Ziegel und Beton, etwa 40-mal weniger als ein Holzbau und sogar nur etwa halb so viel wie ein herkömmliches Zelt mit einlagiger Membran.
Die äußerst geringe Masse des Pneumocell-Systems reduziert nicht nur den Materialeinsatz bei der Herstellung, sondern bietet vor allem bei wiederholten Transporten – etwa für mobile Messe- und Ausstellungsbauten – erhebliche ökologische und wirtschaftliche Vorteile.
Als Beispiel betrachten wir eine Pneumocell-Kuppel mit 10 m Durchmesser und 6 m Höhe, die jährlich zwanzigmal für Veranstaltungen und Ausstellungen transportiert und aufgebaut wird.
Für diese Transporte entstehen jährlich rund 520 kg CO₂-Emissionen.
Ein gleich großes Holzgebäude mit etwa dem 40-fachen Gewicht würde bei identischer Nutzung rund 20.800 kg CO₂verursachen.
Selbst ein herkömmliches Zelt besitzt etwa die doppelte Masse einer Pneumocell-Konstruktion und verursacht entsprechend höhere Transportemissionen.
Allerdings spiegelt dieser Vergleich die tatsächlichen Unterschiede nur teilweise wider. Konventionelle Zelte können aufgrund ihres starren Aluminiumtragwerks Unebenheiten des Untergrundes nur begrenzt ausgleichen. Deshalb ist häufig eine schwere, nivellierte Bodenplattform erforderlich, welche das Transportgewicht zusätzlich erheblich erhöht.
Größere Zelte müssen darüber hinaus oftmals mit Kränen oder umfangreichen Gerüstkonstruktionen montiert werden.
Der scheinbare Gewichtsvorteil konventioneller Zelte relativiert sich daher in der praktischen Anwendung erheblich.
Pneumocell- Vorteil Nr. 2: Material
Die Tragwerke konventioneller Zelte bestehen in der Regel aus Aluminium, dessen Herstellung einen hohen Energieaufwand erfordert. Als Membranmaterial wird bei den meisten herkömmlichen Zelten PVC-beschichtetes Gewebe eingesetzt.
Pneumocell-Elemente werden aus TPU (thermoplastischem Polyurethan) gefertigt – einem vollständig recycelbaren Werkstoff. Im Gegensatz zu PVC verbrennt TPU sauber, ohne schädliche Rückstände oder chlorhaltige Verbrennungsprodukte zu hinterlassen. Zudem enthält es weder Weichmacher noch Chlor, Stoffe, die bei vielen herkömmlichen Weichkunststoffen verwendet werden und häufig für den typischen „Kunststoffgeruch“ verantwortlich sind.
Auch Holz als nachwachsender Baustoff wird nur selten in seiner reinen Form eingesetzt. Sperrholz, Spanplatten und andere Holzwerkstoffe werden mit Kunstharzen verklebt und enthalten häufig formaldehydhaltige Bindemittel. Lacke, Beschichtungen und Holzschutzmittel können die Umweltverträglichkeit zusätzlich beeinträchtigen und das spätere Recycling oder die Entsorgung erschweren.
Viele Messestände werden nur ein einziges Mal verwendet und unmittelbar nach der Veranstaltung entsorgt. Häufig liegt dies daran, dass sie sich nicht zerstörungsfrei demontieren lassen oder speziell für einen einmaligen Einsatzzweck entwickelt wurden und anschließend nicht weiterverwendet werden können.
Pneumocell verfolgt einen anderen Ansatz. Dieselben Pneumocell-Elemente können beliebig oft neu kombiniert und zu völlig unterschiedlichen Konstruktionen zusammengefügt werden. Sie lassen sich problemlos an neue Anforderungen, Standorte und Nutzungen anpassen.
Im Gegensatz zu konventionellen Messeständen ist der Wert einer Pneumocell-Konstruktion nicht an eine bestimmte Form gebunden. Dieselben Elemente können immer wieder neu kombiniert und zu völlig unterschiedlichen Bauwerken zusammengefügt werden.
Diese modulare Wiederverwendbarkeit verlängert die Lebensdauer der einzelnen Bauteile erheblich und reduziert den Bedarf an neuem Material. Dadurch werden Ressourcen bei Herstellung, Transport und Entsorgung eingespart – ein Vorteil sowohl für den Nutzer als auch für die Umwelt.